Geschlossene Fonds
Bei geschlossenen Fonds kann in der Regel nur im Zeitraum der Plazierung investiert werden. Nach diesem Zeitraum wird der Fonds für Anleger geschlossen, d.h. der Fonds nimmt keine neuen Anleger mehr auf und startet seine unternehmerische Tätigkeit. Der Erwerber von Fondsanteilen wird quasi Mit-Unternehmer (in der Regel Kommanditist des Unternehmens) mit allen Chancen und Risiken. Mit dem eingesammelten Kapital (Eigenkapital) werden die Investitionsgüter beschafft und die Emissionskosten bezahlt. Des Weiteren nehmen die Fonds i.d.R. Fremdkapital auf. Gängige Investitionsgüter für geschlossene Fonds sind Immobilien, Schiffe, Filme, Kapitallebensversicherungen und Anlagen zur Produktion regenerativer Energien. Im Jahr 2004 sind bundesweit über 10 Mrd. EUR in geschlossene Fonds investiert worden.
Die ausgegebenen Anteile haben einen festen Anteilswert, der bei privaten Plazierungen i.d.R. ab 5.000,- € je Anteilsschein beginnt. Zusätzlich ist ein Agio als Gebühr fällig. Dieses Aufgeld soll die Vertriebskosten decken und beträgt oft um die fünf Prozent. Über manche Anbieter im Internet kann allerdings am Agio gespart werden . Die Anlagedauer ist zudem langfristig und hängt von der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Wirtschaftgutes ab.
Der Anleger bindet sich über die Laufzeit der Beteiligung, da für geschlossene Beteiligungen kein öffentlicher Markt mit Tageskursen, wie bei Investmentfonds, existiert. Geschlossene Fonds sind also als eine Vermögensanlage mit eher schlechter Liquidität zu bezeichnen. Um dieses Manko abzumildern hat sich für Verwertung von zurückgegebenen Beteiligungen ein Zweitmarkt etabliert, z.B. an der Börse Hamburg oder im Internet .
Ziel der Fondsbeteiligung ist es Erträge in Form von jährlichen Ausschüttungen zu erwirtschaften. Die Gesamterträge sollen die Investitionssumme übersteigen. Je nach Segment bzw. Anlagegut sind langfristige Erträge in unterschiedlicher Höhe möglich.
Bei geschlossenen Fonds können die Erträge von Fonds stark variieren. Zur Beurteilung der Ertragschancen einer solchen Beteiligung ist daher das Wissen um die wichtigen Rahmendaten des Fonds und die wichtigsten Erfolgsfaktoren der verschiedenen Anlageklassen unabdingbar.